DYSPLASIE

Die Dysplasiesprechstunde dient der Abklärung von Veränderungen am Gebärmutterhals (Zervix), der Scheide (Vagina) und des äußeren Genitals (Vulva).

Wenn bei ihnen ein auffälliger PAP-Abstrich (Abstrich im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung) oder eine Veränderung in der Scheide oder am äußeren Genitale diagnostiziert wird, ist eine weiterführende Diagnostik notwendig. Dadurch kann zwischen Veränderungen die behandelt werden müssen und solchen die eventuell nur einer Kontrolle bedürfen, unterschieden werden und eine Überbehandlung vermieden werden. Zervikale Dysplasien (Veränderungen am Gebärmutterhals) sind sehr häufig und kommen vor allem bei jungen Frauen mit oft noch nicht abgeschlossenem Kinderwunsch oder auch in der Schwangerschaft vor. Hier kann durch eine exakte Diagnose auch auf die individuelle Situation der Patientin besser eingegangen werden und eine zu rasche oder zu radikale Therapie/Operation vermieden werden.

 


Häufige Diagnosen in der Dysplasie Ambulanz:


Lichen sclerosus / Lichen planus
Vulväre intraepitheliale Dysplasie (VIN Grad  I, II, II)
Vaginale intraepitheliale Dysplasie (VAIN Grad I, II, III)
Cervicale intraepithelie Dysplasie (CIN Grad I, II, III)

 


Untersuchung


PAP Abstrich:

Beim PAP- Abstrich (umgangssprachlich „Krebsabstrich“) werden mit einem Bürstchen vom Gebärmutterhals Zellen gewonnen und diese dann durch den Pathologen untersucht. Auffällige Abstrichergebnisse sind: PAP III, PAP IIID, PAP IIIG, PAP IV, PAP V.
Meistens wurde der PAP Abstrich ja schon von mir oder einem anderen Gynäkologen abgenommen und muss (außer bei PAP III) nicht wiederholt werden.


HPV Test:

Wie beim PAP- Abstrich werden mit einem Bürstchen vom Gebärmutterhals Zellen gewonnen und diese auf das Vorliegen von HPV high risk Typen untersucht. Es gibt sehr viele verschiedene HPV Typen (humane Papilloma Viren) und die Kenntnis über das Vorhandensein der high risk Typen, also von Viren die zu Gewebeveränderungen führen, ist für die Therapieplanung essentiell.


Kolposkopie:

Bei der Kolposkopie wird der Gebärmutterhals mit einer Lupe betrachtet. Zur besseren Unterscheidung zwischen gesundem und evtl. verändertem Gewebe wird der Gebärmutterhals mit 3% Essigsäure und evtl. zusätzlich mit Jodhaltiger Lösung (Lugol`scher Lösung) betupft. Dadurch können krankhafte Veränderungen sehr gut dargestellt werden. Diese Untersuchung ist schmerzlos.


Biopsie:

Die Biopsie ist eine Probenentnahme von wenigen Millimetern welche problemlos in der Ordination oder von mir im Hanusch Krankenhaus durchgeführt wird. Erst dadurch kann eine exakte Diagnose gestellt werden. Am Gebärmutterhals ist eine Biopsie kaum schmerzhaft und eher als ein kurzes „Zwicken“ zu spüren. Am äußeren Genitale wird vorher eine lokale Betäubung durchgeführt und die Biopsie ist anschließend schmerzfrei durchführbar.



THERAPIEMÖGLICHKEITEN:

 

  • Lokale Therapie (z.B. PAP III, Lichen sclerosus, Condylomata accuminata,
    CIN I / II, VAIN I / II)

     

  • Zuwarten/ Kontrolle (z.B. CIN I, CIN II, VAIN I, VAIN II)

    Die Selbstheilungsrate ist vor allem bei jungen Frauen sehr hoch. Deswegen werden niedriggradige Vorstufen wie CIN I und CIN II sowie niedriggradige Veränderungen an der Scheide über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren unter regelmäßiger Kontrolle  beobachtet. Dadurch soll dem Körper die Möglichkeit gegeben werden den HP-Virus zu eleminieren und in weiterer Folge die auch die Veränderung. Abhängig von Risikofaktoren (Rauchen, Immunsuppression, langjährige HPV Persistenz, Alter, HPV Impfstatus) wird die Rückbildungsratebei z.B. CIN I  von bis zu 70% angegeben. Es lohnt sich also unter kontrollierten Bedingungen zuzuwarten.

     

  • Konisation (CIN II, CIN III):
    Die Konisation ist eine kurze operative Methode, wobei vom Gebärmutterhals (Portio) ein kleines kegelförmiges Stück entfernt wird. Dies kann mit dem Skalpell oder einer elektrischen Schlinge (LLETZ) durchgeführt werden, wobei derzeit die Schlingenmethode (LLETZ) die Methode der 1. Wahl ist.

     

  • Exzision (Ausschneiden) von auffälligen Befunden an der Vulva oder der Scheide.
     

  • TCA - Therapie
    Trichloressigsäure 85% als Lokaltherapie kann bei niedriggradigen Veränderungen je nach Ausmaß und Lokalisation eine Therapiealternative sein. Diese Methode wird zunehmend häufiger angewandt, ist aber eine „off label“ Therapie. Dadurch kommt es zur oberflächlichen Zerstörung des Gewebes durch die Säure. Die Behandlung ist, obwohl wahrscheinlich schwer zu glauben,
    nicht schmerzhaft. Meistens sind zumindest 2-3 Behandlungen notwendig.



HPV IMPFUNG (Impfung gegen Krebs)


Wir können uns glücklich schätzen eine Impfung gegen Krebs zu haben!

Der derzeit am Markt vorhandene Impfstoff Gardasil 9 ist eine Impfung gegen 7 high risk Typen
des humanen Papilloma Virus (16,18,31,33,45,52,58) sowie die low risk Typen 6 und 11.

Die Impfung dient der aktiven Immunisierung  gegen folgende HPV assoziierte Erkrankungen: Vorstufen bösartiger Veränderungen sowie bösartiger Veränderungen (Karzinome) der Zervix, Vagina, Vulva, Penis, Anus, sowie Genitalwarzen (Condylomata accuminata).

Die Impfung ist im Kinderimpfprogramm für Kinder ab 9 Jahren enthalten und wird zwischen 9 und 14 im 2-Dosen Schema geimpft. Ab 15 Jahre sind 3 Dosen notwendig. Das empfohlene Impfschema ist 0-2-6 Monate. Es sollten wenn möglich alle 3 Dosen innerhalb eines Jahres erfolgen.

Bei Fragen zur Impfung oder auch zur Impfung wenden sie sich bitte an mich.

Ich berate sie sehr gerne und führe bei Bedarf auch die Impfung durch.